Pho­tog­ra­phy, 2015–2016

David le Viseur & Michael Pfitzn­er

“Stud­ies for an Illu­mi­na­tion” is a project / exten­sive pho­tog­ra­phy series by David le Viseur and Michael Pfitzn­er. You find a more in-depth inter­view in Eng­lish and Ger­man here.

“Stud­ies for an Illu­mi­na­tion” por­traitiert Men­schen mit Hil­fe ein­er Tech­nik und Vorge­hensweise, die malerische, fotografis­che und per­for­ma­tive Ele­mente kom­biniert und auf neue Weise ein­set­zt.

Die Bilder entste­hen im Dunkeln, durch einen Prozess des gelenk­ten Zufalls – ohne dig­i­tale Mon­tage. Die Ver­wen­dung von UV-Licht macht – wie in der astronomis­chen Fotografie und der Foren­sik – andere Real­itäten sicht­bar. Die gewohnte aber prob­lema­tis­che Rela­tion zwis­chen Sub­jekt, Abbild und Objekt wird aufge­brochen.

Fremd­heit und Ver­trautheit tauschen die Plätze. Die men­schliche Gestalt zeigt sich ambiva­lent, frag­men­tarisch, frag­il, bru­tal, sex­uell und schön. Die Gren­ze zwis­chen Malerei und Fotografie wird aus bei­den Rich­tun­gen über­schrit­ten: Der Entste­hung­sprozess ist durch gestis­che und aleatorische Ele­mente geprägt, durch das “Malen” mit Pig­ment, Licht, Zeit und der Bewe­gung der Por­traitierten.

Auf ikono­graphis­ch­er Ebene greifen die Fotos unab­sichtlich­er Weise visuelle Topoi von Fran­cis Bacon, Car­avag­gio, David Lynch und vik­to­ri­an­is­ch­er Geis­ter­pho­togra­phie auf. Die impliziten Fra­gen an den Betra­chter sind: Was ist ein Foto? Was ist real? Was ist das Abbild des Men­schen? Was sind die ästhetis­chen Reflexe, Vorurteile und Genüsse, die sich uns auf­drän­gen – und wie gehen wir damit um?